Da strömte Horst Lichter (55) das Blut in den Schädel. Bei „Bares für Rares“ (ZDF, Montag bis Freitag, 15.05 Uhr) gab es diesmal Raritäten der nackten Natur.
Eigentlich wollte Anne (62) vom Niederrhein nur eine Spielkiste für ihre Enkelsöhne besorgen. Ganz zufällig fand sie dann eine antike Truhe auf dem Sperrmüll.
Doch bei der Aufbereitung des Fundes bemerkte ihr Sohn einen doppelten Boden – samt einer geheimnisvollen Schatulle.
Die Schatulle vom Sperrmüll
In dem kleinen Holzkästchen befanden sich 20 historische Aktfotos und eine Art 3D-Brille. Auch ein Kärtchen des Verlags lag den obszönen Aufnahmen bei.
Da Anne selbst wenig mit den Bildern anzufangen wusste, wollte sie bei „Bares für Rares“ die nackte Wahrheit wissen: Was sind die Bilder wert?
Für Horst Lichter galten die Aufnahmen aufgrund ihrer Entstehungszeit eindeutig als Pornographie.
Experte Detlev (49) entschärfte allerdings: „Das sind reine Akt-Darstellungen mit künstlerischem und antikem Nachgedanken.“
Expertenwissen bei „Bares für Rares“
Detlev Kümmel war wohl genau der richtige Ansprechpartner in Sachen historische Erotik.
Der Galerist aus Lüdenscheid wusste sofort, was Sache ist: „Die wurden 1938 bis 1944 fotografiert“, so der „Bares für Rares“-Experte.
Außerdem haben die Aufnahmen einen antiken und künstlerischen Anspruch. „Damals hatte man einen Schönheitsgedanken: Man wollte Frauen in Siegerposen darstellen", erklärte der Kunst-Kenner.
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3D-Brillen um 1938?
Nachdem der künstlerische Aspekt der Nacktfotos abgehakt war, brannte Horst Lichter aber eins noch auf der Zunge: Was hat es mit der 3D-Brille auf sich?
Der gelernte Werkzeugmacher Detlev Kümmel klärte schnell auf:
„Dann sehe ich das Bild räumlich und habe das Gefühl, ich habe die Frauen im Vordergrund und der Strand geht in die Tiefe hinein. Man würde fälschlicherweise sagen, es ist 3D. Ist es aber nicht. Es ist ein zweidimensionales Umschalten.“
Schließlich schätzten Kümmel und Lichter den Wert der Bilder nach ausgiebiger Betrachtung auf 50 bis 60 Euro, während Rheinbergerin Anne lediglich mit 20 Euro gerechnet hatte.
Bekommt Anne „Bares für Rares“?
Samt Händlerkärtchen und Schatulle machte Anne sich frohen Mutes auf ins Händler-Stübchen. Und dort zeigten sich vor allem zwei kundige Kunst-Käufer begeistert von ihrem Mitbringsel.
„Schön, die Proportionen stimmen, die Brüste stimmen, da stimmt alles“, staunte Ludwig Hofmaier (76).
Und mit seinem Blutdruck stiegen auch die Gebote rasant in die Höhe. 90 Euro bot der 76-jährige Kunstsammler zuletzt. Doch Eifelaner Waldi (49) kam ihm zuvor und ergatterte mit satten 100 Euro die historische Erotik-Box.
Ein Ergebnis, dass Anne sich nie hätte erträumen lassen. Das Geld ging übrigens an ihre Enkelkinder, die Anlass gaben, die Truhe überhaupt mitzunehmen.
Source: FOCUS Online by FOCUS NWNOA/Kölner Express
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