Der Technologiekonzern Siemens feiert ein Rekordjahr nach dem nächsten – und streicht Tausende Jobs. Die Werke in Görlitz und Leipzig stehen komplett vor dem Aus. Siemens-Mitarbeiter Martin Vogel kann nicht begreifen, wie die Siemens-Bosse das beschließen konnten.
Schon Martin Vogels Vater Detlev arbeitete beim Weltkonzern Siemens, erzählt er in der ARD-Sendung „hart aber fair“. Auch seine Frau Juliane ist bei Siemens. Und ihr gemeinsamer Sohn wünscht sich dasselbe. Mit seinem Bruder besucht der Vierjährige bereits die Siemens-Kita.
Doch mit den Massenentlassungen bricht aus heiterem Himmel die Welt der Familie zusammen. Das Ehepaar hatte sich in Görlitz ein Haus gekauft – jetzt wissen sie nicht weiter. Martin Vogel ist in der "ARD" den Tränen nahe: „Die Enttäuschung ist riesengroß... Wenn ich an die Kinder denke… wenn ich daran denke… wird mir anders.“
Großvater Detlev sieht für die gesamte Gegend schwarz. Sein Fazit nach einem Leben für Siemens: „Dann besteht für die Region keine Hoffnung mehr, denn nur von Pensionären und Touristen können wir uns nicht ernähren.“
In der Sendung mit Moderator Frank Plasberg äußerten zwar einige Experten die Hoffnung, dass die Politik bei Siemens vielleicht noch eine Kursänderung bewirken und so den Standort Görlitz retten kann. Doch die Überzeugung, mit der Konzernchef Joe Kaeser im November seine Rekordzahlen verkündete, lassen etwas anderes vermuten: Einzelschicksale und sogar das Schicksal ganzer Regionen spielen für den Weltkonzern Siemens keine Rolle mehr.
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Source: FOCUS Online by wochit
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